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[ Lexique français ]


Abstrakte Malerei :
(lat. abstractus : entzogen, unkörperlich). Abstrakte Kunst will die Dinge nicht naturalistisch anschaulich wiedergeben, sondern bemüht sich um eine abstrahierte, ungegenständliche Beziehung von Form und Farbe, das heisst um die reine Komposition.
  Accessoire :
(franz. accesoire : Zubehör). Nebensächliches, meist dekoratives Beiwerk.
  Acrylfarben :
Mit Malmittel oder Wasser vermalbare moderne Kunstharz-Dispersionsfarben auf Acrylharzbasis. Sie sind licht- und witterungsbeständiger und einfacher zu handhaben als die traditionellen Künstlerfarben.
  Action painting :
(engl. action painting: Aktionsmalerei). Die aus der Emotion des Augenblicks kommende und nur dem Zufall des Malprozesses und der verwendeten Malwerkzeuge unterworfene Malweise (Pollock).
  Akademie :
Adademische Bildungsstätte für angehende Künstler. Als erste Malerakademie gilt die 1563 in Florenz gegründete Accademia del Disegno. Die älteste noch bestehende Malerakademie ist die 1577 von Federico Zuccari ins Leben gerufene Accadmia di San Luca in Rom.
  Akademisch :
Akademisch heisst eine Kunst, die sich nach festgelegten, oft erstarrten Regeln richtet.
  Akt :
(lat. actus: Handlung, Sichbewegen). Darstellung des nackten menschlichen Körpers.
  Allegorie :
(griech. allegorein: etwa anderes ausdrücken). Bildliche Darstellung eines abstrakten Begriffs durch Figuren oder Symbole. So stehen Venus für die Liebe oder die Waage für die Gerechtigkeit.
  Anamorphose :
(griech. anamorphosis: Umgestaltung). Absichtlich verzerrte Darstellung von grossen Wand- oder Dekenbildern, um beim emporblickenden Betrachter einen perspektivisch richtigen Eindruck zu erzielen. Die Bezeichnung wird auch für Zerrbilder gebraucht, die erst bei Betrachtung in einem (meist zylindrischen) Zerrspiegel zu erkennen sind.
  Anonym :
(griech. anonymos: ohne Namen). Nicht namentlich bekannt.
  Antike :
(franz. antique: alt)). Ursprünglich Bezeichnung für die Zeit des griechischen und römischen Altertums, im engeren Sinn für die griechische, hellenistische, römische Kunst- und Geisteswelt zwischen etwa 700 v. Chr. und 300 n. Chr.
  Aquarell :
(ital. acquerello: Wasserfarbe). Maltechnik mit transparenten Wasserfarben auf Papier oder Karton. Tonabstufungen werden nicht durch Mischen mit Deckweiss, sondern durch unterschiedliche Intensität des Farbauftrags erreicht. Das Wasser dient als Lösungsmittel der meist mit Gummiarabikum gebundenen Farbstoffe. Die Aquarelltechnik ist schon in ägyptischen Totenbüchern nachgewiesen.
  Aquatinta :
(ital. acqua tinta: gefärbtes Wasser, Tinte). Harzpulver (Kolophoniumstaub) wird auf eine vorgeätzte, mit Ätzgrund abgedeckte Kupferplatte aufgebracht und angeschmolzen. Durch Ätzen der freien Stellen entsteht ein feines Kornraster („Staubraster“), mit dem sich beim Druck weich abgestufte Tonflächen erzeugen lassen, die an lavierte Tuschzeichnungen erinnern.
  Art brut :
(franz. art brut: rohe Kunst). Von Dubuffet geprägter Begriff für eine primitive Kunst von Laien, Kindern und Geistesgestörten im Gegensatz zu einem abstakten Akademismus.
  Asphalt :
(griech. asphaltos: Erdpech). Feste und zähe Masse, fand früher als Ätzgrund für Radierungen und, in heissem Leinöl geschmolzen, zusammen mit Wachs als lichtbeständige, aber schlecht trocknende dunkelbraune Farbe Verwendung. Asphaltmalereien auf Asphaltgrund dunkeln stark nach.
  Assemblage :
(franz. assembler : zusammenfügen). Eine Kombination aus Collage, Ölbild und montierten Objekten. Sehr beliebt bei den Dadaisten ( Schwitters). Siehe auch Materialbild.
  Atelier :
(franz. atelier: Werkstatt). Werkstatt eines Künstlers oder Werkstattgemeinschaft mehrerer Künstler. Wird heute mehr und mehr durch die Bezeichnung Studio ersetz.

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Bestiarium :
(lat. bestia : wildes Tier). Bezeichnung und Titel vieler Tierbücher des Mittelalters, in denen aber auch das übrige naturkundliche Wissen vermengt mit allerlei Spekulationen und fantastischen Fabelwesen dargestellt wurde. Von den Surrealisten des 20. Jh wegen der Mischung aus Realem und Irrealem wieder aufgegriffen.
  Bildnis :
Darstellung eines bestimmten Menschen ohne Rücksicht auf Ähnlichkeit. Gelegentlich auch gleichbedeutend mit Porträt.
  Bindemittel :
Feste oder flüssige Substanzen, mit denen Farbmittel zu einer streich- und haftfähigen Masse angerieben werden. Ölmalerei und Tempera sind nach der Art des Bindemittels, Wasserfarben, Gouache und Aquarell nach der Art des Lösungsmittels benannt.
  Bister :
(franz. bistre : schwarzbraun). Tiefbrauner Farbstoff aus fetthaltigem Russ oder gebrannter Umbra, Leim und Wasser. Wenig lichtecht. Wurde vom 15. bis 18. Jh. für lavierte Feder- oder Pinselzeichnungen verwendet. Besitzt Ähnlichkeit mit Rötel und wurde später durch Sepia abgelöst.

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Collage :
(franz. coller : kleben). Klebebilder, die ganz oder teilweise aus aufgeklebten, meist flächigen Materialien (Papier, Drucksachen, Geweben, Fotos, Federn usw.) bestehen und oft anschliessend überarbeitet werden. Die Technik war bereits bei Naturvölkern bekannt. Sie wurde von den Kubisten als “ papier collé ” eingeführt und von den Dadaisten (Ernst) weitergeführt.
  Concept art :
(engl. conceptual art : Konzeptkunst). Hat sich Mitte der sechziger Jahre unseres Jahrhunderts aus der Minimal art entwickel. Statt eines materiellen Kunstwerks steht die geistige Vorstellung davon im Vordergrund, die lediglich durch schriftliche Aufzeichnungen , Fotos, Berechnungen usw. dokumentiert ist und nur in der Vorstellung des Betrachters existiert.
  Craquelure :
(franz. craquelure : feiner Riss). Feine Haarrisse oder Sprünge in der Firmis- oder Farbschicht von Gemälden. Enstehen durch Schrumpfen oder Austrocknen.

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Dekoration :
(lat. decorare : schmücken). Künstlerische Ausgestaltung eines Innenraums oder einer Fassade, ohne die Struktur der Architektur zu verdecken.
  Divisionismus :
(franz. diviser: teilen). Siehe Pointillismus.

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Ecole de Paris :
(franz.). Siehe Pariser Schule
  Emulsion :
(lat. emulgere : (Milch) abmelken). Feinverteilte Suspension zweier nicht miteinander mischbarer Flüssigkeiten wie Öl und Wasser.
  Enkaustik :
(griech. enkausis : Einbrennen). Malerei mit Wachsfarben, die kalt aufgetragen und mit dem heissen Spatel geglättet oder heiss, das heisst flüssig, mit dem Pinsel aufgetragen werden. In der griechischen Antike für die Tafelmalerei verwendet und im 18. und 19. Jh. (Montabert, Delacroix) wieder aufgegriffen.

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Farbmittel :
Sammelbezeichnung für die im Malmittel löslichen Farbstoffe und die im Malmittel unlöslichem Farbpigmente. Es gibt anorganische Farbmittel aus Erde (Siena) oder Steinen (Lapislazu) und organische Farbmittel pflanzlichen (Krapp), tierischen (Karmin) oder synthetischen Ursprungs (Acrylfarben).
  Firnis :
(franz. vernis : Firnis). Farbloser Anstrichstoff aus trocknenden Ölen oder Harzlösungen als Schutzüberzug auf Ölgemälden.
  Fixativ :
(lat. fix : angeheftet, fest). Flüssigkeit (meist Schellacklösung oder Zaponlack) zum Besprühen von Bleistift-, Kohle-, Kreide- oder Pastellzeichnungen, um diese wischfest zu machen.
  Freskomalerei :
(ital. al fresco : auf das Frische). Wandmalerei mit Wasserfarben, ohne Bindenmittel auf einen frischen, noch feuchten Putz aus gipsfreiem Kalk, Sand und Wasser. Beim Austrocknen bildet sich eine feste, wasserunlösliche Schicht aus Calciumcarbonat, die dem Farbauftrag einen hervorragenden Halt verleiht.
  Frottage :
(franz. frotter : reiben). Reibebilder. Papier wird auf eine prägende Unterlage aus Gewebe, Holz, Metall, Stein usw. gedrückt und mit Graphit abgerieben, so dass die Struktur der Unterlage abgebildet wird.

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Gebrochene Farbe :
Abschwächung der Intensität eines Farbtons durch Zugabe von Grau oder anderen Farben. Wurde von den Neoimpressionisten durch additive Farbmischung (siehe Pointillismus) ersetzt.
  Genremalerei :
(franz. genre : Art). Darstellung aller Bereiche des menschlichen Alltagslebens im Gegensatz zur religiösen und zur Historienmalerei.
  Goldener Schnitt :
In der Antike aus theoretischen Überlegungen und ästhetischen Erwägungen abgeleitete Verhältniszahl zur Aufteilung von Strecken und Flächen, wobei sich der kürzere zum längeren Abschnitt wie der längere Abschnitt zur ganzen Strecke verhält. Auch harmonisches Verhältnis genannt. Der goldene Schnitt bildet die Grundlage für alle künstlerischen Proportionsstudien am Menschen.
  Gouache :
(ital. guazzo : wasserhaltig). Mit Deckweiss gemischte und daher dekende Aquarellfarben, so dass keine lasierende Wirkung entsteht. Wird leicht mit Tempera verwechselt.
  Grafik :
(griech. graphein : schreiben). Zur Vervielfältigung geeignete zeichnerische oder malerische Techniken (Holzschnitt, Steindruck, Kupferstich, Radierung). In weiterem Sinne auch Handzeichnungen.
  Grissaille :
(franz. gris : grau) Grau-in-Grau-Malerei als bewusste Abwendung von der Farbe. Erstmals in der kirchlichen Glasmalerei verwendet, da die Zisterzienser 1134 bunte Glasfenster verboten, um die Gläubigen nicht von der Andacht abzulenken.
  Groteske :
(ital. groteschi : Grotten). Ornamente aus dünnem Rankenwerk mit bizarren tierischen und menschlichen Figuren, Fabelwesen usw. Aus der römischen Antike, die in der Renaissance in den Thermen (Grotten) des Hadrian wiederentdeckt und von Raffael weiterentwickelt wurden.
  Gummiarabikum :
(urspr. aus Arabien importierter Gummi). Pflanzenschleim aus afrikanischen und australischen Akazien.

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Helldunkelmalerei :
Auflösung der Bildfläche in helle und dunkle Bereiche, in Licht und Schatten (Caravaggio, Rembrandt).
  Holzschnitt :
Frühe Form des Hochdrucks, bei dem eine auf einem Holzstock angefertigte Zeichnung mit dem Messer oder Stichel ausgeschnitten wird. Die stehenbleibenden Flächen (Stege) werden mit Druckerschwärze eingerieben und dienen als Druckfläche.
  Hommage :
(franz. hommage : Huldigung). Ein Bild oder eine Veranstaltung zu Ehren einer bedeutenden Persönlichkeit.

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Ikone :
(griech. eikon : Bild) Andachtsbilder der ostchristlichen Kirchen (Byzanz, Russland, Griechenland, Balkan) auf Holz mit nur wenigen, erstarrten Bildtypen.
  Informel :
Sammelbegriff für Tendenzen in der abstrakten Malerei der fünfziger Jahre unseres Jahrhunderts als Gegenreaktion auf die konkrete Malerei.
  Interieur :
(franz. intérieur :innen). Bild, das einen Innenraum darstellt, und zwar meist einen privaten Raum mit den darin anwesenden Personen.

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Junk art :
(engl. junk : Schrott, Abfall). Abfallkunst, das heisst ein aus Abfallobjekten montiertes Materialbild.

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Kanon :
(griech. kanon : Richtschnur, Regel). Sammlung von ästhetischen Regeln. Der erste Kanon stammt von Polyklet, dessen “ Doryphoros ” (Speerträger) nach diesen Regeln gestaltet ist.
  Karmin :
(arab. kirmizi aus altind. kirmidscha : wurmerzeugt). Intensiv roter Farbstoff, der aus der getrockneten Koschenillelaus gewonnen wird.
  Kavaliersperspektive :
(Kavalier : erhöhter Festungsbau des Mittelalters). Form der pseudoperspektivischen Darstellung schräg von oben, bei der die Breiten und Höhen richtig, die Tiefen aber verkürzt wiedergegeben werden.
  Kohlezeichnung :
Früher mit Holzkohle, schwarzer Kreide oder Steinkreide, später mit Fett- oder Ölkohle erstellte Skizze, Studie oder Zeichnung auf Papier oder Karton.
  Komposition :
(lat. compositum : zusammengesetzt). Formaler Aufbau eines Bildes als Anordnung und Verhältnis der verschiedenen Bildelemente zueinander (siehe Goldener Schnitt).
  Konkrete Malerei :
(lat. concretus : zusammengewachsen). Sammelbezeichnung für alle Richtungen der geometrischen Abstraktion, des Konstruktivismus und der Vorläufer des abstrakten Expressionismus. Konkrete Malerei ist im eigentlichen Sinne “ absolut abstrakte ” statt nur “ abstrahierende ” Kunst.
  Konstruktivismus :
(lat. constructio : Aufbau, Zusammenfügung). Komposition aus rein geometrischen, nicht figürlichen, häufig technischen Elementen. Kunstrichtung in der ersten Hälfte der zwanziger Jahre unseres Jahrhunderts (Malewitsch).
  Kreidezeichnung :
Studie, Skizze oder Zeichnung mit weisser oder farbiger Kreide auf andersfarbigem Papier oder Karton.
  Kubismus :
(lat. cubus : Würfel). Reduzierung der sichtbaren Wirklichkeit auf geometrische Grundelemente wie Würfel, Kegel und Kugel (Braque, Picasso). Weiterentwickelt zur gleichzeitigen Darstellung mehrerer Ansichten des Gegenstandes (synthetischer Kubismus).
  Kupferstich :
Älteste Form des Tiefdrucks. In eine polierte Kupferplatte wird die Zeichnung mit Stichel, Stahlnadel oder Diamantstift eingeritzt. Der so entstehende Druckträger wird mit Druckerschwärze eingerieben, die nachdruckenden Oberflächen werden abgewischt und die Druckerschwärze durch Abreiben oder Anpressen auf das Papier übertragen.

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Land art :
(eng. land art : Landkunst). Der Begriff ist allerjüngsten Datums und bezieht sich auf die Benutzung von Land, Boden, Erde als (grossformatiger) Bildträger. Land art sind aber auch die prähistorischen Steinsetzungen in Stonehenge oder indianische Sandmalereien. Nicht zu verwechseln mit der traditionellen Landschaftsmalerei.
  Lasieren :
(pers. läzwärd :blau). Auftragen verdünnter Farben (Lasurfarben) auf vorhandene Farbschichten, so dass die darunterliegende Farbe hindurchscheint. Als Verdünnungsmittel wurde früher Terpentin verwendet, heute wird meist White spirit (Testbenzin) benutzt.
  Lavieren :
(franz. laver :waschen). Antuschen einer Federzeichnung mit einem Pinsel und wässriger Farbe, um eine verstärke Licht-, Schatten-, und Raumwirkung zu erzielen.
  Lithografie :
(griech. lithos : Stein, graphein : schreiben). Auch Stiendruck genannt. Ein Flachdruckverfahren. Mit einem Fettstift wird auf eine Kalksteinplatte (heute auch Aluminium- oder Zinkplatten) gezeichnet. Nachdem die Oberfläche mit Gummiarabikum überzogen ist, nehmen nur noch die gezeichneten Stellen die mit der Rolle aufgetragene Druckerschwärze an. Um die Seitenverkehrung beim Druck auszuschalten, wird auf ein präpariertes Umdruckpapier gezeichnet, mit dem die Zeichnung anschliessend auf den Stein übertragen wird.
  Lokalfarbe :
Eigenfarbe eines Objekts ohne verfälschende Licht- oder Schatteneffekte.
  Luftperspektive :
Erzielung perspektivischer Tiefenwirkung durch verblassende, gebrochene und heller werdende Farben für den Hintergrund.

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Malgrund :
Mörtel-, Kreide, Öl- oder Emulsionsschicht, die auf die zu bemalende Fläche aufgetragen wird, um eine dauerhafte Bindung der Farbmittel zu gewährleisten. Von der Qualität des Malgrunds hängt die Erhaltung des Bildes ab.
  Malmittel :
Substanz zum Lösen, Verdünnen und Auftragen von Farbmitteln.
  Materialbild :
Bilder aus bearbeiteten oder unbearbeiteten, bemalten oder unbemalten Materialien und Objekten, die mit ihrer kalkulierten Dreidimensionalität die traditionelle Unterscheidung von Malerei, Relief und Plastik verwischen.
  Miniaturenmalerei :
(lat. minium: Mennigfarbe). Künstlerische Hanschriften- und Buchmalerei, benannt nach der im Mitettelalter verwendeten roten Farbe für Anfangsbuchstaben (Initialen), Überschriften und Randleisten. Auch Bezeichnung für klein formatige Porträtbilder (Porträtminiaturen).
  Minimal art :
(engl. minimal art: Mindestkunst). Auch Minimalismus genannt. Bezeichnung für eine auf alle überflüssig erscheinenden Zutaten verzichtende und auf das Wesentliche reduzierte Formensprache in den sechziger Jahren unseres Jahrhunderts.
  Modell :
(ital. modello: Vorbild, Muster.) Der Begriff bezeichnet keineswegs nur ein Aktmodell, sondern jeden Menschen und jeden Gegenstand, den der Künstler als Vorbild oder Vorlage für sein Werk benutzt.
  Mosaik :
(arab. muzauwaq: Schmuck, Zier). Muster und Bilder aus farbigen Materialstücken in einem Bindemittel auf Wänden, Böden und Decken. Die ältesten bekannten Mosaiken sind die Stiftmosaiken (aus gebrannten Tonstiften) in einem Tempel in Uruk (Mesopatamien) aus dem 4.Jt. v. Chr.). Im 20. Jh. durch Léger, Miró, Chagall wiederbelebt.

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Naive Malerei :
(lat. nativus: geboren). Unbekümmerte, ohne Beachtung ästhetischer Normen geschaffene, ursprüngliche Kunst. Sie ist zwar mit der Volkskunst und der Sonntagsmalerei verwandt, nicht aber mit dieser gleichzusetzen.

Ocker :
Verwitterungsprodukt von Eisenerz und Feldspat. Wurde schon in der jüngeren Altsteinzeit (Jungpaläolithikum) als gelbes oder braunes Farbpigment für Felsmalereien benutzt.
  Ölmalerei :
Malerei mit in Lein-, Walnuss- oder Mohnöl, in ätherischen Ölen (Rosmarin-, Lavendelessenz) oder in aromatischen Ölen (aus Wachs oder Kampher gewonnen) angeriebenen und verdünnten Farbpigmenten. Die schon in der Antike bekannte Maltechnik wurde durch die von van Eyck entwickelte Mischtechnik in die Tafelmalerei eingeführt und kann „alla prima“ (nass in nass), lasierend oder pastos (deckend) ausgeführt werden.
  Ornament :
(lat. ornare: schmücken). Geometrisches, pflanzliches oder abstraktes Motiv zur Verzierung einer Grundform: Mäander, Akanthus, Palmette, Masswerk, Laub-, Band-, und Blumenornament, Arabeske, Knorpel- und Rollwerk, Rocaille.

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Palette :
(franz. palette: Platte, Scheibe). Malscheibe. Ovale oder nierenförmige Tafel mit einem Loch zum Hindurchstecken des Daumens, auf welcher die aus der Tube gedrückten Ölfarben mit dem Malmittel angerührt werden. Auch Bezeichnung für die in einem Bild verwendete Farbenskala.
  Panorama :
(griech. panorama: Rundblick). Darstellung einer Landschaft von einem erhöhten Standort aus. Auch ein Rundgemälde, zum Beispiel innerhalb eines Rundbaus.
  Pariser Schule :
Bezeichnung für die seit etwa 1905 in Paris lebenden und mit den Pariser Künstlerzirkeln verbundenen Maler verschiedener Nationalität.
  Passepartout :
(franz. passe-partout: passt überall). In Rahmenform ausgeschnittener Karton zur Aufbewahrung von Zeichnungen oder zur Steigerung der Bildwirkung in einem Rahmen.
  Pastellmalerei :
(ital. pasta: Teig). Malerei mit Pastellstiften, die aus mit Haferschleim oder Zellkleister angerührten und getrockneten Kreiden bestehen. Vereinigt die Unmittelbarkeit der Zeichnung mit dem farbigen Effekt der Malerei.
  Perspektive :
(lat. perspicere: hindurchschauen). Erzielung einer räumlichen Tiefenwirkung bei der Abbildung dreidimensionaler Objekte auf einer zweidimensionalen Fläche. 1435 entwickelte der Florentiner Alberti in seinem Werk „De la Costruzione legittima“ die erste wissenschaftlich begründete Zentralspektive, die mindestens 400 Jahre lang die Malerei entscheidend beeinflusst hat.
  Pigment :
(lat. pigmentum: Färbestoff). Siehe Farbmittel.
  Plein-Air-Malerei :
(franz. en plein air: im Freien). Vom Atelier unabhängige Landschaftmalerei im Freien. Noch im 18. Jh. war es üblich, Lanschaftsbilder nach Vorstudien im Freien im Atelier auszuführen.
  Pointillismus :
(franz. pointiller: punktieren). Farbwirkung durch additive Farbmischung. Die Farbtöne werden nicht als geschlossene Schicht aufgetragen, sondern durch Auftupfen kleiner Rasterpunkte aus den Grundfarben aufgebaut (Seurat, Signac). Auch als Divisionismus bezeichnet.
  Pop art :
(engl. popular art: volkstümliche Kunst). Eine Kunstrichtung, die ihre Motive in den Zeichen und Symbolen der modernen Massengesellschaft findet und diesen in teils verfremdeter Form einen ästhetischen Wert zuordnet.
  Porträt :
(franz. portrait). Darstellung eines Menschen, vor allem seines Antlitzes, mit mehr oder weniger grosser Ähnlichkeit.
  Primitive Kunst :
(lat. primitivus:erstgeboren). Vor- und Frühstufen der Kunst, zum Beispiel archaische Formen oder die Kunst der Naturvölker.
  Profane Kunst :
(lat. pro fanum: vor dem heiligen Bezirk). Weltliche Kunst, die nicht religiösen Zwecken dient.
  Purismus :
(lat. purus: rein). Durch geometrische Bildanordnung geprägte Stilrichtung in den zwanziger Jahren unseres Jahrhunderts, die den Kubismus auf seine „reinen“ Ursprünge zurückführen wollte.

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Radierung :
(lat. radere: kratzen, schaben). Weiterentwicklung des Kupferstichs. Eine Kupfer- und Zinkplatte wird mit einem säurefesten Ätzgrund (früher ein Gemisch aus Asphalt, Wachs und Harz) überzogen, auf den mit Radiernadel oder Diamantstift gezeichnet wird. Der freigelegte Metallgrund wird mit Scheidewasser (Salpetersäure) vertieft. Nach dem Ablösen des Ätzgrunds kann die Platte als Druckträger benutzt werden.
  Retrospektive :
(franz. rétrospective: Rückblick). Eine einem Künstler, einem Schaffensabschnitt oder auch einer ganzen Epoche gewidmete, sozusagen Rückschau haltende Ausstellung.
  Rocaille :
(franz. rocaille: Muschelwerk). Asymmetrisches Muschelmotiv mit geschweiften Ranken. Charakteristisches Ornament des frühen Rokoko (RégenceStil).
  Rötel :
Erdiges Gemenge von rotem Eisenocker mit Ton. Wird seit der Antike als Malfarbe, seit dem 15. Jh. auch in Stiftform zum Zeichnen benutzt.

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Sakrale Kunst :
(lat. sacer: heilig). Jede religiöse Kunst; im engeren Sinn die der Ausstattung des Kirchenraums und der Liturgie dienende Kunst.
  Schablone :
(franz. échantillon: Muster). Hilfsmittel zur Übertragung eines Entwurfs auf eine Wand oder eine Leinwand. Ein die Zeichnung tragender Karton wird entlang der gezeichneten Linien mit einer Nadel durchstochen. Durch Bestäuben mit schwarzem oder rotem Pulver (spolvero) bilden sich die durchstochenen Punkte auf dem Bildträger ab und können durch einen Pinsel und Farbe ausgeführt werden.
  Seccomalerei :
(ital. a secco: auf das Trockene). Wandmalerei auf trockenen Kalkbewurf. Die Technik ist zwar einfacher als das Fresko, doch neigen die Gemälde mit der Zeit zum Abblättern.
  Selbstporträt :
Auch Selbstbildnis. Maler und Bildhauer haben sich zu allen Zeiten selbst dargestellt, sei es als Projektion des eigenen Ich, zur Selbstbestätigung, zu Studienzwecken – oder um das Geld für ein Modell zu sparen.
  Sepia :
Aus den Beuteln des im Mittelmeer lebenden Gemeinen Tintenfisches (Sepia) gewonnener braunschwarzer Farbstoff, der seit dem 18. Jh. für Tusche- und Federzeichnungen verwendet wird. Schon in der Antike bekannt.
  Seriegrafie :
(lat. series: Reihe; griech. graphein: schreiben). Siebdruck. Bei diesem in China erfundenen Verfahren wird ein Sieb über einen Rahmen gespannt und an den bildfreien Stellen mit einer Schablone abgedeckt. Die Druckfarbe wird durch das Sieb hindurch aufgebracht (Pop art, Op art).
  Sfumato :
(ital. sfumato: verraucht, verschwommen). Der Ausdruck wurde für die im Dunst verschwimmenden Hintergründe bei Leonardo da Vinci geprägt, die durch diese Technik etwas schwebend-geheimnisvolles erhalten.
  Sgraffito :
(ital. sgraffiare: kratzen). Wand- und Fassadenzeichnung, bei der unterschiedliche Farbschichten übereinander aufgetragen und danach durch Auskratzen freigelegt werden.
  Siena :
Rotbraunes Farbpigment aus gebrannter Erde (Terra di Siena), die früher in der Nähe der italienischen Stadt Siena gewonnen wurde.
  Signatur :
(franz. signature: Unterschrift). Zeichen, Monogramm oder Namenszug eines Künstlers, auch mit Jahreszahl, als Urheberangabe auf einem Werk.
  Sikkaktiv :
(lat. siccare: trocknen). Trockenmittel aus in Terpentin gelöstem Blei-, Kobalt- oder Mangansalz für Ölfarben. Begünstigen Rissbildung und Vergilbung.
  Silhouette :
(benannt nach Etienne de Silhouette). Schattenrissartige, flächige Darstellung eines Menschen oder eines Gegenstands. Nicht mit dem Scherenschnitt zu verwechseln.
  Skizze :
(ital. schizzo: Entwurf). Rasch hingeworfene zeichnerische (mit Feder, Bleistift) oder malerische Darstellung eines geplanten Bildes (Entwurf) oder zu Studienzwecken (Studie). Liefert durch Vergleich mit dem ausgeführten Gemälde oft interessante Einblicke in den künstlerischen Entstehungsprozess.
  Staffage :
(dtsch. staffieren: schmücken, ausstatten). Menschen- und Tierfiguren ohne tragende Bedeutung für das Bildmotiv zur Belebung von Landschafts- oder Architekturbildern.
  Staffelei :
Starres oder zusammenklappbares Holzgestell mit verstell und verschiebbarem Rahmen zur Aufnahme des Bildträgers.
  Stil :
(lat. stilus: Schreibgriffel). Gemeinsames Merkmal verwandter Kunstwerke. Es gibt den persönlichen Stil eines Künstlers, den Zeitstil (Epochenstil), den Regionalstil usw. Oft wird unter Früh-, Hoch- und Spätstil unterschieden.
  Stilleben :
Kompisition aus stillen, das heisst regungslosen Objekten ausserhalb ihrer natürlichen Umgebung, die vom Künstler nach ästhetischen Gesichtspunkten angeordnet werden.
  Sujet :
(franz. sujet: Gegenstand). Thema, Gegenstand oder Vorentwurf einer künstlerischen Darstellung.
  Suprematismus :
(lat. supremus: ganz oben). Der uneingeschränkte Vorrang der freien Erfindung in einer Kunst absoluter, gegenstandsfreier Formen. Die Kunst hat nur noch sich selbst zum Inhalt (Malewitsch).

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Tachismus :
(franz. tache: Fleck). Richtung des abstrakten Expressionismus seit 1950, dessen Malweise durch Farbflecke mit zufallsbestimmter, unregelmässiger Form gekennzeichnet ist.
  Tafelbild :
Jedes auf einer transportablen Unterlage aus Holz, Leinwand, Metall usw. gemalte Bild im Gegensatz zum Monumentalbild, Wand- oder Deckenbild.
  Tempera :
(lat. - ital. temperare: zurichten, mischen). Farbpigmente in einer Emulsion aus destilliertem Wasser, Öl und Eiweiss (Eitempera), Gummiarabikum (Gummitempera) oder Kasein (Kaseintempera).
  Terpentin :
(lat. pistacia terebinthus: Terpentinbaum). Ein ätherisches Öl, das durch Destillation aus dem Balsam der Terpentinpistazie gewonnen und als Lösungs- und Verdünnungsmittel für Ölfarben benutzt wird.
  Triptichon :
(griech. tri-ptysso: dreifach gefaltet). Dreiteiliges Altarbild aus Mitteltafel und zwei Flügeln.
  Trompe-l'œil :
(franz. trompe-l‘œil: Augentäuschung). Möglichst weitgehende naturalistische Wirklichkeitsnähe mit dem Ziel, dem Betrachter das tatsächliche Vorhandensein des gemalten Objekts vorzugaukeln. Auch illusionistische Scheinarchitektur mit malerischen Mitteln.
  Tusche :
In China erfundenes tiefschwarzes Farbpigment aus fettigem Russ und Leim. Wird vor dem Malen mit destilliertem Wasser angerührt. Schlecht mit anderen Farben mischbar.
  Tuschemalerei :
Mit dem Aquarell verwandte Maltechnik mit schwarzer Tusche, Sepia oder Bister.

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Vernissage :
(franz. vernisser: firnissen). Am Tag vor einer Ausstellung pflegten die Pariser Maler des 19. Jh. ihre Bilder im Beisein von geladenen Gästen noch einmal mit Firnis zu behandeln. Heute Bezeichnung für die Eröffnung einer Ausstellung Kunsta.

Xylographie :
Le graveur utilise un bois dur et dense, taillé transversalement dans le tronc, sur lequel il trace son dessin à l'aide de burins. A-B-C...

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